Lärmschutzkonzept

Der Schutz der Anwohnerinnen und Anwohner vor Lärmbelastung hat für den Flughafen höchste Priorität. Das entsprechende Lärmminderungskonzept des Köln Bonn Airport basiert auf vier Säulen.

1. Flugbetriebliche Maßnahmen

Lärmschutz beginnt in der Luft: Bestimmte An- und Abflugverfahren können dazu beitragen, die Lärmbelastung zu senken. Folgende Maßnahmen wurden am Airport umgesetzt:

  • Nachtbetriebsbeschränkung für Nutzung der Startbahnen: Zwischen 22 und 6 Uhr dürfen von jeweils sechs möglichen An- und Abflugsektoren nur vier zum Landen und drei zum Start genutzt werden.
  • Einführung von lärmmindernden Flugverfahren wie „Continuous Descent Approach“ (gleichmäßiger Sinkflug mit geringer Triebwerksleistung) und „Radius to Fix“ (besonders präzise Flugführung für Abflüge im Kurvenbereich). Ein in Köln/Bonn speziell dafür eingerichteter „Technischer Arbeitskreis“ erforscht und setzt solche lärmmindernden Flugverfahren seit vielen Jahren um.
  • Spezielle Lärmschutzanlage für Triebwerksprobeläufe.
  • Beteiligung an Forschungsvorhaben zusammen mit dem Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt, der RWTH Aachen und Eurowings. Ziel ist die Optimierung von Anflugverfahren zur Lärmminderung auf den letzten Meilen mit dem DLR-Pilotenassistenzsystem LNAS. Das Umwelt-Ministerium NRW fördert das Forschungsvorhaben.
  • Vergabe des "Fly quiet Award" an Airlines für die möglichst exakte Einhaltung der Idealrouten beim Abflug sowie die Nutzung des „Radius to Fix“-Verfahrens.

2. Gebühren und Entgelte

Über seine Entgeltordnung nimmt der Airport Einfluss darauf, dass der Fluglärm nachts reduziert wird. Die Entgeltordnung von 2020 sieht günstigere Entgelte für Tagverkehr und leise Maschinen sowie Lärmzuschlägen in der Nacht vor. So wird ein Anreiz für Airlines geschaffen, Flüge aus den Nachtstunden in den Tag zu verlagern und möglichst leise Flieger in Köln/Bonn einzusetzen.

Airlines am Köln Bonn Airport erneuern zunehmend ihre Flotten. Zum Einsatz kommen verstärkt moderne, leisere Flugzeuge wie die Boeing 737 Max und der A 320 Neo. UPS hat den regulären Einsatz der MD-11 in Köln/Bonn reduziert und investiert in neue, leisere Boeing B 747-8-Frachter.

3. Passiver Schallschutz

Das Programm zum Passiven Schallschutz gibt es seit 1991. Anwohnerinnen und Anwohner im Nachtschutzgebiet haben Anspruch auf Schallschutz in Schlafräumen. Der Flughafen hat bisher mehr als 80 Millionen Euro investiert und 40.000 Schlafzimmer ausgestattet.

Zum Schutz vor Bodenlärm wurden Lärmschutzwände errichtet und ein Sonderprogramm mit Schallschutzlüftern im Nahbereich des Flughafens umgesetzt.

4. Transparenz und Information

Alle An- und Abflüge werden kontinuierlich hinsichtlich der Flugwege und Lärmmesswerte überwacht und dokumentiert und sind auf TRAVIS für alle Interessierten online einzusehen.

Das Nachbarschaftsportal zeigt alle wichtigen Informationen, z.B. Flugspurenaufzeichnung, Lärmmesswerte, Fluglärmberichte und Statistiken.

Über kommunale Vertreter ist die Flughafennachbarschaft in der Fluglärmkommission repräsentiert. Der Fluglärmbeauftragte steht als Ansprechpartner für Anfragen aus Umland, Politik und Verwaltung zur Verfügung.